Wandertag auf Silba

Nach dem Frühstück unter freiem Himmel packen wir unseren Rucksack, kontrollieren alle Leinen am Schiff, da es ab Mittag heftige Windböen geben soll und wandern los. Wir kommen nach ca 1,5 Stunden zu einer schönen Bucht, in der Queeny baden darf. Wir kühlen nur die Füße, da es mittlerweile ziemlich weht und die Sonne durch Wolken verdeckt ist. Dann geht es zurück und bevor sich das schon sichtbare Gewitter entleert, sind wir im Schiffsbauch verschwunden. Zeit zum Kochen, Lesen, eMails beantworten, Schlafen, Plane reparieren, Knopf annähen, Blog schreiben und Seekarten wälzen. Und deswegen hier mal wieder ein paar Bilder 🙂

Cognac zum Frühstück

Heute wollten wir früh raus…Joggen…doch irgendwie wars im Bett gemütlich. Um kurz vor neun bekomme ich ein schlechtes Gewissen…Queeny. Sie hat sich zwar noch nicht gerührt, aber die Blase ist bestimmt voll. Die Gangway ist sehr schräg, da das Wasser gefallen ist…ich hangele mich gerade so hoch…rufe Queeny, doch sie schafft es nicht 😦 auf halbem Weg rutscht sie aus und fällt ins Wasser. Sie schwimmt zwischen Heck und Felswand und weiß nicht, wohin. Ich gehe zurück an Bord und sofort auf die Badeplattform. Dort ziehe ich sie wieder auf´s Schiff. Beide sind wir fix und fertig und nass, da sie sich natürlich sofort schüttelt…Dusche am Morgen 🙂 Ich überlege noch, wie ich sie am Besten an Land bringen kann, da bekomme ich Hilfe von unserem Schiffsnachbarn. Ein Kroate legt mir die Gangway höher im Schiff, sodaß Queeny und ich bequemer an Land kommen!! Als ich zurück komme, ist das Frühstück fertig. Während wir am Tisch unseren Tag planen, kommt der Nachbar an Bord. Er erklärt, wir müssten unbedingt den Cognac, den er dabei hat, probieren. Wir lehnen ab, da wir keinen Alkohol am Vormittag trinken…Er ist hartnäckig, erklärt uns, daß das ein besonderer Cognac ist aus einer besonderen Region und wir unbedingt probieren müßten…wir wollen ja nicht unhöflich sein, schließlich hat er ja geholfen…und trinken. Vorher beiße ich schnell noch in mein Brot, damit wenigstens etwas im Magen ist 🙂

Der Cognac ist wirklich gut und steigt uns nicht gleich in den Kopf. Das könnten wir auch gar nicht gebrauchen, da wir das Schiff noch verlegen wollen. Mittlerweile haben die meisten den Hafen verlassen und wir verholen uns an einen besseren Platz. Dann bringen wir endlich die Plane für unser Bimini an, denn es ist schon sehr warm in der Sonne und wir brauchen nun einen Schutz. Danach reparieren wir wieder einmal das Gassiboot von Queeny. Nachdem Hajo und Olly es geflickt hatten und die Luft wieder drin war, so war sie auch wieder raus. Es waren noch mehr Löcher im Schlauch. Zur Belohnung getaner Arbeit gab es zum Mittag Pizza selbstgemacht. Am Abend joggen wir über die Insel. Wir tun uns schon sehr schwer, da es noch zu warm ist, die Pizza schwer im Magen liegt und die Motivation am Abend schon recht niedrig ist…aber…Bewegung muß sein 🙂 wir wollen ja nicht als kleine Luftballone nach Hause kommen 🙂 🙂   Danach gehen wir in der schönen Sandbucht schwimmen und duschen kurz das Salzwasser an unserer Heckdusche ab. Herrlich!!! Langsam ziehen Wolken am Horizont auf. Morgen soll das Wetter nicht mehr so gut sein. Unser Abend klingt aus an Bord mit Kerze, Deckchen, Laptop auf den Schenkeln bei lauem Lüftchen und ein Gläschen Bier 🙂

 

 

Kein Wind im Hoch

Nach einer Nacht in Mali Losinj, die Vorratskammer ist wieder aufgefüllt, „segeln“ wir weiter Kurs Süd 🙂 Der Wind ist schwach und kommt von achtern. Um wenigstens ein bischen Fahrt in das Schiff zu bekommen, kreuzen wir. Nach der sehr gemütlichen Fahrt fahren wir in den Kanal zwischen der Insel Illovic und Sv Petar. Hier liegt man recht geschützt entweder an ausgebrachten Bojen oder am eigenen Anker. Die Bojen, die sonst immer an der Insel St. Petar lagen, sind verschwunden. Es sind nur noch eine Handvoll Bojen an der Insel Illovic, sie sind alle belegt. Also lassen wir unser eigenes Eisen in den Grund. Wir lassen Queeny´s Gassiboot ins Wasser und stellen fest, dass Luft fehlt…dann finden wir winzige Löcher in der Gummihaut…es muß ein Seeigel auf Unije gewesen sein. Wir wissen nicht, wo und wie das passiert sein kann, da wir sehr aufgepaßt haben :(. Damit ist klar, wir müssen in einen Hafen, da nach dem Flicken das Boot 24 Stunden nicht aufgeblasen werden darf und solange hält Queeny nicht aus…also warum das ganze nicht mit etwas Angenehmen verbinden? Wir fragen Olly´s wo sie sind und beschließen am nächsten Tag nach Rab zu fahren, um uns mit ihnen nochmals zu treffen. Gesagt getan 🙂

Am nächsten Tag geht es bereits um sechs Uhr morgens los. Wir haben 22 Seemeilen vor uns und – es weht nicht ein Hauch von Wind. Wir motoren die ganze Zeit. Wir sichten einen Delfin. Er schwimmt eine Weile hinter uns her.  Um zehn kommen wir auf der Insel Rab an und sind ganz angetan von dem Anblick der Altstadt, die sich mit hohen alten Steinmauern vor uns aus dem Meer erhebt. Wir entscheiden uns gegen die teure ACI Marina und machen an der Stadtmauer fest. Hier haben wir zwar keinen Strom, aber den brauchen wir dank Solarpanel nicht. Wir spazieren immer am Meer entlang zum Campingplatz zu Olly´s. Später laufen wir durch die wunderschöne Altstadt und kochen gemeinsam Nudeln mit frischen Tomaten und Ziegenkäse. Sehr lecker! Das Gassiboot von Queeny wird mit einem Flicken versehen.

Weil es uns hier so gut gefällt, bleiben wir noch. Um 07.30 stehe ich auf und gehe in dem schönen Park joggen. Hajo hat mich nicht gehört und ich wecke ihn auch nicht. Dafür ist Frühstück fertig, als ich wiederkomme 🙂 Später fahren wir mit Olly´s Auto nach Lopar und gehen zu Fuß in eine von vielen traumhaften Sandbuchten. Ich kann dieser Versuchung nicht wiederstehen, lasse alle Kleider fallen und genieße mein erstes Bad in der Adria in diesem Jahr. Einfach herrlich. Es ist zwar noch ein wenig kühl im Wasser aber dafür habe ich jede Menge Platz, da sonst keiner badet außer meinem Vater. Den Abend verbringen wir auf dem Campingplatz bei leckerem Kartoffelauflauf aus dem Omnia 🙂

Es ist wieder 7.30. Hajo läuft diesmal mit. Wir merken, dass die Temperatur langsam steigt. Es ist schon sehr warm in der Früh. Seid gestern funktioniert unsere Internetkarte nicht mehr und wir wissen nicht warum…also suchen wir nach dem Frühstück ein Fachgeschäft und lassen uns helfen. Die Karte ist `hängengeblieben´. Der Fehler wird behoben und wir können wieder „on“ sein 🙂 Danach legen wir ab. Es ist inzwischen sehr eng geworden an der Stadtmauer, sodaß wir nur durch Eindampfen in die Vorspring aus unserer „Parklücke“ kommen. Das Wetter ist himmelblau, Sonne strahlt und der Wind? Keiner da. Also muß unser Motor ran und James ( Autopilot) fährt 🙂 Hajo konstruiert einen Adapterstecker, da der Akku vom Laptop leer ist und der Stecker nicht in den Umformer paßt. Eigentlich sollte die Steckdose in unser Bad für die elektrische Zahnbürste… Das fordert ihn so, dass er danach eine Stunde schläft…ich mache dies und das und lese dann in meinem Buch. Immer wieder muß ich mich zwingen einen Rundumblick zu starten, damit James kein Mist baut. In Silba liegen wir in einem kleinen Hafen, in dem es keinen Service, kein Strom und Wasser gibt. Es wird keine Gebühr erhoben 🙂   Trotzdem hilft uns ein netter Mann, wie sich später herausstellt, ist er der Wirt vom Hafenrestaurant. Den Abend lassen wir natürlich hier ausklingen. Und da sitzen wir immer noch weil ich auch hier den Bericht geschrieben habe. Nun möchte ich noch meinen Wein genießen, deswegen gibt es erst morgen die Bilder 🙂 🙂

 

 

 

Gewitter auf Mali Losinj

Am 20.05.16 schlafen wir lange, da gar kein Wind weht. Wir frühstücken ewig und ausgedehnt, reinigen das Schiff innen und außen und lassen uns Zeit…um 12.45 legen wir endlich ab und haben richtig zu tun, um vom Steg gut wegzukommen, da der Wind nun kräftig zugenommen hat. Wir segeln herrlich 🙂 mit 3-4 Bft und sehen unsere ersten Delfine auf dieser Reise. Sie sind ganz nah und spielen mit dem Schiff.  Wir hören unterwegs den aktuellen Wetterbericht. Er meldet schon wieder Starkwind und wir sehen hinter uns die Front nahen…Wir machen zur Nacht in der Marina Veruda, in der wir damals Gretchen gekauft haben, fest. In der Nacht passiert…nichts…So langsam glauben wir den Wetterberichten nichts mehr…

Am nächsten Tag lassen wir uns wieder viel Zeit, da kein Wind weht…erst um 13.20 Uhr schmeißen wir die Leinen los und segeln mit Wind fast von hinten mit 3-5 Bft über den Kvarner den Kroatischen Inseln entgegen. Wir ankern in der Bucht an der Insel Unije. Das System in dem Bojenfeld hat sich geändert, sehr kompliziert wie wir meinen. Am nächsten Tag, nachdem wir gleich nach dem Aufstehen zu einer wunderschönen Aussicht ( wir müssen uns fit halten) gejoggt sind, nehmen wir das Ganze unter die Lupe. Hajo im Gummiboot und ich mit der „Großen“ hinterher. Wir erkennen das System und machen dort fest. Danach ist chillen angesagt, es ist ja schließlich Sonntag. Ich hole meine Hängematte aus den Tiefen unseres Schiffes und befestige sie am Spibaum. Dann bin ich für Stunden abgemeldet…mein Buch ist spannend 🙂 Zwischendurch reicht mir mein Kapitän einen Aperol 🙂 genial… 🙂 🙂 Und den ersten Sonnenbrand bekomme ich umsonst dazu…das nennt man Service… 😦 Gegen Abend spazieren wir über die Insel und trinken an „unserem“ Weinfass ein Sundowner. Hier sitzen wir jedesmal, wenn wir auf der Insel sind.

Am nächsten Morgen, Montag 23.05.16, werden wir geweckt, weil Gretchen ihre Morgengymnastik vollführt… vor zurück links und rechts…kein Wetterbericht hatte dies angeordnet und trotzdem tanzt sie auf dem Wasser… 😦 Hajo fährt schnell mit Queeny Gassi…die Wellen werden immer höher…und beim zurückkommen hat Queeny schon ein Problem mit dem Einsteigen…der Popo wird nass 😦 Logo !! Wir müssen hier weg. Der Wind nimmt immer mehr zu und die Welle steht genau in die Bucht. Es wird ungemütlich. Also rein in die Schwerwetterklamotte samt Schwimmweste und los gehts. Ich stehe am Ruder und dirigiere Gretchen durch die Wellen. Als wir aus der Bucht raus sind, begrüßt uns der Wind mit 6Bft direkt auf die Nase… 😦   Das bedeutet: chaka chaka Segeln 🙂 Also Tuch rauf, aber gerefft, da wir „hart am Wind“ segeln müssen, um kreuzen zu können. Hajo schwitzt an den Winschen, ich friere am Ruder. Der Wind verteilt im Nu das Wasser überall an Deck und in unseren Gesichtern und wir genießen die „Rauschefahrt“ mit 7 Knoten!! Drei Stunden später müssen wir das Kreutzen aufgeben und fahren mit Maschine Richtung Mali Losinj. Der Wind nimmt immer mehr zu und die Wellen werden gewaltig. Wir halten uns gut von der Küste fern, um einer Legerwall Situation zu entgehen. Dann setzen wir wieder das Vorsegel und schaffen es mit Windkraft zur Hafeneinfahrt. Vor der Einfahrt warten schon einige Schiffe…aber keines macht fest. Es sind alles Charteryachten, die sich nicht trauen, bei dem Seitenwind anzulegen. Wir besprechen kurz, was tun und legen an. Rückwärts mit dem Wind ran, Heckleinen über, eindampfen in Heckleinen, Moorings fest. Wir werden etwas vertrieben mit dem Bug, bei dem Wind kein Wunder, aber alles geht gut und wir sind fest. Danach helfen wir den anderen Crews beim Anlegen. Dann zieht ein donnerndes Gewitter über die Insel und wir sind froh im Hafen zu sein 🙂

Südwind in Rovinj

Wir liegen zwei Nächte im Bojenfeld in der Bucht von Rovinj. Das heißt, Queeny muß mit dem Gummiboot zum Gassi gehen an Land gefahren werden…Das Wetter wird immer blöder. Nach der ersten Nacht versuchen wir Richtung Pula weiterzufahren, doch der Wind bläßt direkt von vorn. Da wir keine Lust haben, die Strecke mit Motor zu fahren, kehren wir um und legen uns wieder ins Bojenfeld. In der Nacht fühlen wir uns wie in der Waschmaschine. Die Wellen aus Süden rollen doch irgendwie in die Bucht und wir werden kräftig hin und her geschaukelt… 😦 Da nun auch noch Starkregen angesagt ist, verholen wir in den Yachthafen von Rovinj. Im Regen mit Queeny im kleinen Boot Gassi fahren, macht nicht wirklich Spass… Dann…wir können es nicht fassen, werden wir eingeladen auf eine Yacht zum Ratschen und Wein…sie haben in Hajo den Benny von Abba erkannt…ich lache mich schief…es ist eine schwedische Segelyacht auf dem Rückweg in die Heimat. Wir unterhalten uns angeregt und die Männer stellen fest, dass sie den gleichen Beruf haben…für Gesprächsstoff in der Zukunft ist gesorgt. Sie sind ganz erstaunt, wie gut wir ihr Land kennen. Wir schwelgen in Erinnerungen…….sie laden uns spontan ein, im nächsten Jahr auf unserer Rückfahrt von Hudiksvall in Schweden nach Hamburg mit unserer kleinen Jeanneau bei ihnen an der schwedischen Westküste vorbei zu schauen. Wir sagen zu 🙂 Wir hoffen und entnehmen dem Wetterbericht, dass der Wind morgen auf Nord dreht, sodass wir weiterfahren können 🙂

Endlich Leinen los…

16.05.16 – Um 12.00 Uhr mittags sind wir endlich mit allem fertig. Das Wetter läd zur Abfahrt ein. Also los…Gleich nach der Ausfahrt vom Hafen können wir die Segel setzen. Der Wind bläst mit 11-14 Knoten aus Südwest, also fahren wir „hoch am Wind“. Das bedeutet schief bis sehr schief…Katja jubelt, Hajo nimmt es hin, Queeny bleibt nichts anderes übrig und die Ladung schüttelt sich ihren Platz zurecht 🙂 …Alles gut.

Wir rauschen dahin, umfahren die Verkehrstrennungsgebiete vor Triest, weichen den Ozeandampfern aus und halten Kurs auf den Leuchtturm Savudrija in Kroatien 🙂 Wir müssen um die Landspitze herum, um in Umag einzuklarieren…Dort kommen wir nach fünf Stunden an. Während Hajo die Papiere bei der Zollpolizei checken läßt, gehe ich mit Queeny spazieren. Bei der Polizei erfährt Hajo, daß der Hafenkapitän, bei dem man die Kurtaxe zahlen muß, heute schon weg ist…blöd!! 😦 In Umag wollen wir nicht bleiben!!! Der Polizist erlaubt uns, da er uns erkennt ( warum ? heute nicht, da Akku bald leer…) heute bis zu unserem Wunschziel -Novigrad- weiterzufahren. Das tun wir dann auch sofort. Wir können zwar nicht mehr lange segeln, da der Wind eingeschlafen ist, doch das ist uns egal. Umag ist wirklich nicht schön!! In Novigrad sind wir um 19.15 und machen im Bojenfeld fest.  Wir bummeln noch durch den Ort und finden einen Laden, wo wir eine Internetkarte für das Handy kaufen können und der freundliche Verkäufer das Teil auch gleich installiert 🙂 Am Morgen stehen wir pünktlich um acht am Büro des Hafenkapitäns…doch der kommt erst um neun…bemerkt dann beim Anmelden zum Glück nicht, dass wir den Bootsschein vom letzen Jahr dabei haben…wo ist der aktuelle???? wir finden ihn nicht…muß wohl zu Hause sein…Wir bekommen das Permit, gültig bis 15. August… 🙂 , dann folgt eine entspannte Segelfahrt bis Rovinj, da der Wind fast von hinten weht. Wir genießen die Sonne, tragen aber immer noch eine Jacke, da der Wind zu kalt ist. Für Donnerstag und Freitag ist wieder schlechtes Wetter mit Regen und Bora ( Starkwind aus Ost ) angesagt…wir überlegen, was wir tun…

13.05.16

Wir sind immer noch in Monfalcone, weil das Wetter einfach kein Wetter ist… 😦 Es regnet ohne Ende und heute ist es auch noch kalt und windig. Wir schlafen aus, frühstücken lange, bummeln durch Geschäfte und ich beschäftige mich ausgiebig mit dem Blog. Bin mit der Seite -die große Schwester- fast fertig. Am Sonntag soll das Wetter besser werden, dann werden wir sehen, dass wir schnell in den Süden kommen um vor der nächsten angesagten Regenfront zu flüchten.