Auszeit

Der Sturm, den wir in der eigentlich gut geschützten Marina Skradin erleben, ist tatsächlich einer…50 Knoten zeigt unser Windmesser in einer der vielen Böen. In der kleinen Bucht baut sich eine Welle auf, die es zu einem Drahtseilakt macht, um über die schmale Gangway auf´s Schiff zu kommen. Nur, gleichzeitig brennt der Hang über uns und wir können uns nicht entscheiden, was denn nun spannender ist. Die Löschflugzeuge, insgesamt vier, donnern pausenlos über unsere Köpfe und schwanken gefährlich in dem Sturm. Und in diesem Inferno warten wir auf Besuch aus der Heimat… 🙂

Wir denken uns, wenn sie das schwankende, an den Leinen zerrende Schiff sehen, werden sie als Landratten keinen Fuß darauf setzen.

Und dann sind sie da. Am Abend stehen Lena und Verena auf dem Steg, während ich mit dem Fernglas das Feuer beobachte. Ich bemerke sie zuerst gar nicht…

Nach der sehr herzlichen Begrüßung auf dem Steg, einem skeptischen Blick auf das schwankende „Tretboot“ , trauen sie sich über die Gangway 🙂

Am nächsten Tag, Freitag, warten wir, bis sich die Sturmwelle etwas gelegt hat und laufen erst zum Mittag aus. Die Zeit nutzen wir mit der Einweisung in den Schiffsalltag, den Umgang mit der Sicherheitsausrüstung usw. Lena und Verena beziehen ihre Kajüte Backbord achtern und verstauen ihr Gepäck 🙂

Durch den Kanal dauert die Fahrt mit Maschine zwei Stunden. „Draußen“ können wir alle Segel setzen und tasten uns erstmal langsam an die Sache heran. Wir haben ja schließlich Segelneulinge an Bord und wollen sie nicht gleich erschrecken 🙂 Der Wind weht aus Westen mit 4 Bft. Da beide einen entspannten Eindruck machen, gehen wir höher an den Wind und schieben Lage. Und auch da alles gut 🙂

Später machen wir in Prvic an einer Boje fest. Hier lernt Lena Gassiboot paddeln 🙂

Am nächsten Morgen wachen wir auf und stellen fest: Lena, Verena und das Gassiboot sind weg… 😦 wir denken, sie haben die Nase voll und sind geflüchtet… 🙂 aber sie haben nur einen Ausflug zu einer Dusche an Land unternommen. Nach dem Frühstück legen wir ab und setzen die Segel. Da meine Internetkarte geladen werden muss, nehmen wir Kurs auf Vodice, wo wir an der Stadtmauer festmachen und durch den Ort spazieren. Wieder mit Empfang am Handy legen wir ab und segeln zur Insel Kakan. Das Wasser leuchtet hier türkis 🙂 und das können sich die beiden nicht entgehen lassen. Nach dem Bad im Meer verbringen wir Zeit mit dösen, Spiele spielen, lesen, ratschen, nix tun 🙂

Am Sonntag segeln wir,  auf der Suche nach Delfinen ( die stehen auf der „ wollen wir sehen“ Liste )  mit bis zu 5 Bft durch die Inselwelt. Reiten kann sie ja schon…aber segeln noch nicht. Nun wird es Zeit und die Gelegenheit ist mehr als günstig. Lena lernt segeln 🙂 Nach anfänglichen Zick-Zack Kursen hat sie den Bogen schnell heraus und am Abend ist sie so gut, das sie Kurs hält. Wir übernachten an der Insel Zirje. Am Abend geht ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Wir spielen Uno – Lena gewinnt fast immer…Verena häufig…ich sehr selten und Hajo hält sich da lieber raus und macht ein Nickerchen…

Die Nacht war sehr unruhig, da ein frischer Südwind nicht schlafen wollte…dazu noch Regen – igitt…um sechs Uhr morgens kurze Regen und Windpause, die nutzt Hajo schnell für eine Gassifahrt. Danach weht es wieder stärker, wir müssen im Schiff frühstücken…können nicht raus. Wir nutzen die Zeit und backen ein Brot…ich knete und sie schauen zu. Fast wie Fernseh schauen 🙂

Später lässt der Wind nach und wir können an Land paddeln. Dort gehen wir spazieren und genießen die schöne Aussicht. Erst um 14.30 verlassen wir die Bucht und nehmen Kurs auf die Stadt Tribunj. Heute bekommt Verena Unterricht im Segeln. Auch sie macht es sehr gut 🙂 Leider schläft der Wind kurz vor Tribunj ganz ein, sodass wir den Motor starten müssen. Verena fährt trotzdem weiter und übergibt erst knapp vor dem Anlegemanöver das Ruder. Nach einer herrlichen Dusche 🙂 in der Marina werden wir von beiden zur Pizza eingeladen. Toll!! Wir genießen den letzten Abend an Bord, sitzen noch draußen und als alle schon lange schlafen haben Lena und ich uns immer noch was zu erzählen 🙂 🙂 🙂

Dafür schlafen wir dann am letzten Tag bis zehn Uhr !!!!

Bei 2-3 Bft machen wir noch ein herrliches Fotoshooting. Hajo wird im Gassiboot ausgesetzt und die Damencrew 🙂 segelt um ihn herum. Verena am Ruder, Lena als Vorschoter und ich behalte mein bestes Stück ( Hajo ) im Auge und kurbele die Winsch mit der Großschot. Ein perfektes Team. Alles klappt reibungslos 🙂

Danach haben wir uns eine Pause verdient. Wir gehen in einer „Karibikbucht“ mit türkisfarbenem Wasser vor Anker und hüpfen ins kühle Nass 🙂

Nach chillen, lesen, schlafen wird es langsam Zeit für die Rückkehr zu Attila…Lena´s Auto wartet in der Marina in Skradin.

Delfine haben wir nicht gesehen, dafür aber ein paar sehr schöne, entspannte Auszeit-Tage miteinander verbracht. Wir verabschieden unsere tolle Crew und sind traurig, dass die Zeit schon wieder vorbei ist…aber dankbar, dass wir sie haben durften 🙂

 

Autor: hkweg

Wir segeln mit einer Jeanneau 7,50 m auf der Ostsee bis nach Haparanda (2015) und mit einer Elan 38 auf der Adria Kurs 180 Grad (2016). Mit an Bord Schäferhündin Queeny. Ein Erlebnisbericht mit Bildern und Videos.

3 Kommentare zu „Auszeit“

  1. Seeehr, sehr cool! Vor allem die Fotos der Damencrew find ich absolute Spitze! 😀
    Und Lena macht sich richtig gut am Steuerrad. Habt aber schon drauf geachtet, dass sie auch immer schön auf ihren „Sitz“ achtet, gell?! 😀 *lach*

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  2. Hallo ihr 2, wir lesen natürlich weiterhin gespannt den Blog. Ihr erlebt ja ernorm viel auf eurer Reise, trefft einige Bekannte und habt öfters schönes Wetter, als letztes Jahr. Weiterhin viel Spass Franzi und Toni

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