James

Nachdem unser Besuch das Schiff verlassen hat, ist es irgendwie sehr einsam bei uns an Bord 😦 Wir verlassen Skradin um 11.30, nachdem wir das Schiff gesäubert und mit Wasser aufgetankt haben. Draußen läuft eine ordentliche Welle und der Wind weht mit 4-5 Bft. Wir setzen Segel und kommen gut voran. Nach ein paar Seemeilen verlassen wir die Inselwelt vor Biograd und segeln über ein kurzes Seestück ohne Inseln. Damit wird es auch um uns herum einsamer…immer weniger Schiffe kreuzen unseren Weg. Wir übernachten an der Insel Borak in dem kleinen Dorf, indem es nur noch wenig feste Bewohner gibt. An der Steinmole, an der noch zwei andere Schiffe liegen, ist es sehr unruhig. Es schaukelt die ganze Nacht 😦

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um sieben. Mit Gassi, Frühstück und klarschiff vergehen zwei Stunden. Dann laufen wir endlich aus. Segel setzen macht keinen Sinn…es weht nicht ein Hauch von Wind…also starten wir  unseren Autopiloten, genannt ´James` und beschäftigen uns mit anderen Dingen…lesen, kochen, reparieren, dösen…usw. Natürlich hat immer einer von uns den Blick auf´s Meer und die anderen Schiffe. Nur diese werden immer weniger, die Sicht immer diesiger, sodaß wir schließlich „allein“ unterwegs sind. Dann tauchen sie auf…die, „die doch mal Luft holen müssen“ …Delfine! 🙂 Sie sind nicht besonders springfreudig und ich kann nur ihre Rückenflossen fotografieren…

Nach 36 Seemeilen kommen wir in eine gut geschützte Bucht und gehen dort vor Anker. Um uns herum ragen hohe Berge und geben uns Schutz vor ungebetenen Winden. Wir gehen spazieren und können dem herrlichen Blau des Wassers nicht widerstehen. Alle drei gehen wir baden…herrliche Abkühlung 🙂 Denn es ist inzwischen so heiß, dass wir nichts mehr brauchen, was die Haut bedeckt…

Am nächsten Tag wollen wir von der Insel Brac zur Insel Hvar. Wir lassen uns Zeit, denn laut Wetterbericht soll es erst ab Mittag Wind geben…so gehen wir nochmals schwimmen und ausgiebig Gassi. Dann holen wir den Anker auf. Als wir aus der Bucht draußen sind…kein Lüftchen. Das Wasser spiegelglatt aber diesig, sodaß die hohen Berge ringsherum auf einem Foto nicht zur Geltung kommen…Somit hat James wieder Dienst und wir haben Zeit für uns 🙂

Um 18.30 kommen wir in einer einsamen Bucht an. Dort stehen nur ein paar Häuser, einige Ruinen…der Anker fällt. Später kommt noch ein Segler, ein Franzose, und ankert mit etwas Abstand zu uns mit Landleine. Wir paddeln an Land und gehen spazieren. Mich zieht es den steilen Berg hinauf..ich will sehen, wie es oben ist! Und Hajo und Queeny schnaufen hinter mir her 🙂

Wir kommen zu einem kleinen `Dorf`, welches fast unbewohnt ist, ein bellender Hund, ein paar Hühner…sonst nichts!!! Aber wir haben eine tolle Aussicht auf unsere Bucht 🙂

Wir schlafen draußen in der Plicht, da es im Schiff viel zu heiß ist…allerdings gehen wir um drei dann doch in die Koje, da diese gemütlicher und vor allem weicher ist… 🙂

Um acht heißt es bereits “ Anker auf“ !!  Wir sind fit und es kann weiter gehen…kaum aus der Bucht heraus, setzen wir die Segel. Wir haben Wind mit 13 Knoten. Unser Kurs geht fast gerade rüber nach Peljesak, einer Halbinsel. Um diese müssen wir herum. Unterwegs schläft der Wind immer mehr ein und wir lassen die Segel stehen, da wir so lange wie es geht segeln wollen, … doch kurz vor dem Peljeski Kanal, der Seeweg zwischen der Halbinsel Peljesak und der Insel Korcula, schläft der Wind total ein. Wir bergen die Segel und motoren. Im Peljeski Kanal ändert sich das Bild schlagartig…von wenig bewohnt und ärmlich auf viel bewohnt und reich…

Wir sehen Prachtbauten und Villen mit Swimmingpool vor der Haustür und Yachten, die könnten Könige an Bord haben.

Diese schlagartige Änderung ist massiv…eben sahen wir noch auf der Insel Hvar eine Müllhalde, einfach am Hang abgekippt und nun dieses Bild von riesen Yachten und riesen Villen. Da kann man denken, wa man will…

Wir setzen unseren Weg fort und motoren nach Trstenik an der Halbinsel Peljesac. Hier befindet sich das größte Weinbaugebiet der Halbinsel und die besten Weine Kroatiens 🙂 Wir machen an der Stadtmauer fest und gehen durch den Ort spazieren. Eigentlich wollte ich hier unbedingt an einer Weinprobe teilnehmen…doch es ergibt sich nicht. So kaufen wir hiesigen Wein, Brot und Käse im „Supermarkt“ und machen unsere eigene `Weinprobe` an Bord… 🙂 Rings um den Ort Trstenik ist der Wald komplett abgebrannt…nur durch enorm menschlichen Einsatz gelang es, den Ort zu retten 🙂 Am Abend macht noch ein „Wasserschiff“ auf der anderen Seite der Mole fest. Es bringt Trinkwasser auf die Halbinsel…

Mir gefällt der Ort…ich möchte hier nicht weg…und doch heißt es am nächsten Tag `Leinen los`…

Wir motoren aus der Bucht…setzen Segel bei 13 Knoten Wind , aber es dauert nicht lange…da schläft der Wind ein…wir motoren…und so zieht es sich hin…James tut Dienst 🙂

Ziel ist die Slano Bucht. Da ein Gewitter über der Bucht steht, entscheiden wir uns für den Stadtkai…die neugebaute Marina in der Bucht hat noch nicht geöffnet…wir bräuchten mal wieder eine ordentliche Dusche… 😦 ok…Europameisterschaft…wir laufen ein paar Schritte in den Ort, finden eine Bar mit Fernseher und bleiben hängen…Deutschland 3-0…juchuh…danach kaufen wir Käse und Brot und gehen an Bord und feiern unsere eigene Party…aber vorher wird geduscht…an Bord!! 🙂

…am nächsten Tag machen wir…nichts…

Wir gehen im Ort spazieren, schauen uns die `Sehenswürdigkeiten´an und nach einem Bad im Meer zieht es mich zu meinem Buch…JoJo Moyes…sehr spannend und ich lese es durch bis zum Schluß!! da ist es beireits acht Uhr abends…

morgen geht es weiter…immer noch Kurs Süd 🙂

 

 

 

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Autor: hkweg

Wir segeln mit einer Jeanneau 7,50 m auf der Ostsee bis nach Haparanda (2015) und mit einer Elan 38 auf der Adria Kurs 180 Grad (2016). Mit an Bord Schäferhündin Queeny. Ein Erlebnisbericht mit Bildern und Videos.

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